Schönheitsoperationen,Brustvergrößerung,Bruststraffung,Facelift,Lidchirurgie,Schlupflider,Tränensäcke,Ohranlegeplastiken,Liposuktion,Fettabsaugung,Bauchdeckenstraffung,Faltenbehandlung,Botulinum-Toxin,midface-lift,Doppelkinn,Gensior,Chirurgie,Facharzt,DR. MED. MATTHIAS GENSIOR

Facelift / Stirnlift

Autor: Dr. Matthias Gensior, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie


Einleitung
Landläufig wird heute noch häufig mit dem Begriff eines Facelifts eine irgendwie geartete Operation im Gesichtsbereich verstanden, die zu einer Verjüngung des Aussehens führen soll. Dies ist vergesellschaftet mit der Überzeugung einer deutlichen Mimikverminderung und starrem Gesichtsausdruck. Es wir jedoch heute nicht oder nur minimal gestrafft, sondern Gewebeschichten werden angehoben. Die Haut wirkt wieder dadurch wieder straff. Straff ist aber nicht gleich starr! Wenn allgemein vom Facelift gesprochen wird, bleibt zunächst festzustellen, dass es das Facelift nicht gibt. Unterschiedliche Techniken entsprechend der Indikation, stellen heute eine der wesentlichen Grundlagen der modernen Faceliftchirurgie dar.


Historisches
Die Ursprünge der Plastisch-Ästhetischen Gesichtschirurgie gehen weit zurück. Erste Rekonstruktive Schritte sind schon im alten Indien bekannt. So wurde aus der Stirn eine Hautverschwenkung vorgenommen bei Menschen, denen man zur Bestrafung die Nase abgeschlagen hatte. Standen hier jedoch rekonstruktive Aspekte im Vordergrund steht in der "kosmetischen Chirurgie" wobei wir eher von Ästhetischer Chirurgie sprechen - der ästhetische Gesichtswinkel im Vordergrund. Liftingoperationen dienen im fortschreitenden Alter der vermeintlichen Verschönerung und Verjüngung. Aus der Sicht der universitäreren Chirurgie fehlte solchen Eingriffen die notwendige Seriosität. Entsprechend geringschätzig wurden solche Korrekturoperationen als gering und trivial angesehen. Erste Korrekturoperationen dieser Art werden Anfang des 20. Jahrhundert beschrieben. Wer das erste Facelift durchführte, ist nicht bekannt. Da solche Operationen offiziell verpönt waren, gingen Operateure und Patienten quasi in den Untergrund. Die Operationen erfolgten in kleinen Privatpraxen. Das Wissen um die Durchführung dieser Operation sowie die angewandten Techniken wurde eifersüchtig geheim gehalten. Aufzeichnungen bestehen daher weitgehend keine. Soweit bekannt bestanden die ersten Operationen nur in einer vor dem Ohr gelegenen Hautentfernung und können allenfalls mit dem so genannten Minilift verglichen werden. Eine erste Publikation findet sich erst 1912 im "Handbuch der Kosmetik" durch Eugen Holländer. Er publizierte als erster den lange im Haartragenden Anteil bis hinter das Ohr ziehende Hautschnitt.



Im weiteren Verlauf beschäftigten sich dann viele Chirurgen mit der Fortentwicklung der Faceliftchirurgie. Mit zunehmender Entwicklung des Fachgebietes der Anästhesie wurden die Facelifting-Operationen immer ausgedehnter. Wurden anfänglich nur 1-2 cm der Haut beweglich gemacht, erfolgte allmählich die Ablösung der Haut bis in die Mundwinkel und weit in die Halsregion.
Dennoch blieb all diesen Methoden gemeinsam, dass letztendlich doch eine Straffung - also ein Spannen der Haut durch Zug vorgenommen wurde.

Eine der wesentlichen Entwicklungen " und damit Einleitung der modernen Faceliftchirurgie " ist die Beschreibung des SMAS von Mitz und Peyronie 1976. Hierbei handelt es sich um eine anatomisch bindegewebige und mit Muskulatur durchsetzte Trennschicht zwischen Unterhautfettgewebe und der eigentlichen mimischen Muskulatur. Und zwar liegt diese Schicht unter der Haut und einer ersten dünnen Schicht des Unterhautfettgwebes. Diese Schicht wird heute mit verschiedenen Techniken angehoben. Danach resultiert schon beim alleinigen Ausstreichen der Haut ein echter Überschuss, der dann entfernt werde kann, ohne dass die Haut gespannt werden muss. Es erfolgt hierdurch eine echtes Lifting und nicht Straffen und Anspannen, sodass die Mimik auch nach einer Operation erhalten bleibt. Grundsätzlich kann man jedoch feststellen, dass wesentliche Entwicklungen der Faceliftchirurgie im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts stattfanden, auf denen die nachfolgenden Techniken aufbauen. In der Folgezeit wurden noch endoskopische Operationsverfahren - landläufig als Knopflochchirurgie bezeichnet - auch für die Faceliftchirurgie entwickelt. Eine weitere Verbreitung haben diese Verfahren eigentlich nur für ein Teilfacelift " nämlich das Stirnlift " gefunden. Aber auch bei diesem Verfahren wird z.Zt. noch sehr kontrovers diskutiert.



Grundlagen
Warum wird ein Facelift überhaupt erforderlich?
Bevor auf die verschiedenen Techniken der Faceliftchirurgie eingegangen wird, werden Ihnen einige typische Altersveränderungen erläutert:

  1. minimale Schlaffheit der Haut des Untergesichts, beginnende Ausbuchtungen
  2. Hautüberschuss Gesicht und Hals, betonten Nasolabialfalten, beg. zervikofasziale Lipomatose
  3. stärker zunehmender Überschuss der Haut, zusätzlich jedoch platysmale Streifung
  4. ausgeprägt zervikofaszialer Überschuss, mittelstark- bis starke Ausbuchtungen


 

Generell können folgende Veränderungen als typisch angesehen werden: Stirnfalten und Ausprägung von Zornesfalten, Verdoppelung des Oberlids mit hängender Haut, optische Verlängerung des Unterlid mit Ausbildung von Tränensäcken, abgesunkener Wangenfettkörper, ausgeprägte Nasolabialfalte, verschwommene Konturierung der Unterkieferkante. Generalisiertes Absinken des Hautweichteilmantels.

 

Schnittführungen
Die historische Schnittführung beginnt oberhalb im Schläfenhaarbereich, verläuft dann die Ohrmuschel umschneidend, biegt dann nach hinten erneut in den Haaransatz. In der Vergangenheit hat sich hierbei eine Reihe von Modifikationen ausgebildet. Von grundsätzlicher Bedeutung ist dabei nicht die Länge des Schnittes, sondern das später resultierende Narbenbild. Der heute von einigen so genannten Schönheitschirurgen als Fortschritt angepriesene Minischnitt ist keinesfalls als unproblematisch anzusehen, wenn ein tatsächliches Lifting durchgeführt werden soll. Die wichtigen in der Tiefe liegenden Schichten können dann nämlich nur bedingt angehoben werden. Folge davon ist dann eine Anhebung nur über das straff Ziehen der Haut ablaufende Operation. Der Erfolg einer solchen Operation ist dann meist nur von kurzer Dauer. Die Schnittführung muss dabei insbesondere den Haaransatz berücksichtigen, um stigmatisierende Verlagerung des Haaransatzes zu vermeiden. Die Möglichkeit eines nach der Operation umschriebenen Haarausfalls darf ebenfalls nicht vergessen werden. Aus diesem Grund bevorzugen viele Operateure den Hairlinecut. Hierunter versteht man einen Hautschnitt der quasi in der Haargrenze verläuft. Die Haare wachsen dann durch die Narbe hindurch, die somit nach einiger Zeit weitgehend unsichtbar wird. Wird hinter dem Ohr auf eine exakte ohne Treppenbildung einhergehende Rekonstruktion des Haaransatzes geachtet, ist auch nach der Operation das Tragen von hochgesteckten Haaren möglich. Die wesentlichen Schnittführungen werden auf den folgenden Darstellungen wiedergegeben:

a) konventionell


b) hairline-cut


c) Terassenlift



Präparationstechnik
Nach dem Hautschnitt wird zunächst hinter dem Ohr der Hautlappen entwickelt. Dabei wird die Haut mit einem schmalen Saum des Fettgewebes von den tiefen Schichten der Gesichtsmuskulatur abgelöst. Dies ist wichtig, damit die Haut auch nach der Ablösung ernährt bleibt.

 

Es können dabei zwei Präparationstechniken unterschieden werden. Bei der Kurzlappentechnik erfolgte eine maximale Unterminierung in einem Radius von etwa 6 Zentimeter nach ventral. Diese Technik bietet sich bei noch nicht zu ausgeprägtem Befund einerseits, sowie bei Rauchern andererseits an. Kann doch hierdurch das Risiko einer postoperativen Durchblutungsstörung deutlich reduziert werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Nervenschädigung ist gering. Nachteil dieser Methode stellt jedoch die deutlich schlechtere Übersicht bei der nachfolgenden Präparation der tieferen Schichten des Gesichts sowie die eingeschränkte Mobilisierung des Hautmantels dar. Bei der Langlappentechnik wird die Haut bis zur unteren Halsfalte unter Verbindung der rechten und linken Seite mobilisiert. Exzellente Übersicht für die nachfolgende Präparation, die Möglichkeit der Entfernung sämtlicher Faltenbildung der Halsweichteile sowie die Rekonstruktion des Hals-Gesichtswinkels stellen die Vorteile dieser Technik dar. Nachteilig sind jedoch die Risikoerhöhung einer postoperativen Durchblutungsstörung sowie der Nachblutungswahrscheinlichkeit. Exakte und gewebeschonende Präparation, subtile Blutstillung sowie genaue anatomische Kenntnisse der Nervverläufe sind zwingend erforderlich.

 



SMAS
Hierbei handelt es sich um eine sehr wichtige Gewebeschicht. SMAS steht dabei für superfizielles muskuloapneurotisches System. Diese gefäßarme Schicht unterteilt das Unterhautfettgewebe des Gesichtes in 2 Lagen. Das SMAS ist der eigentliche und wesentliche zu verändernde Bereich, der beim Facelift präpariert werden muss. Es können dabei unterschiedliche Ansätze gewählt werden. Die einfachste Form der Veränderung stellt die Raffung dar. Dies ist jedoch nur bei wenigen und in der Regel sehr schlanken Patienten sinnvoll. Es kann bei diesem Verfahren nur eine bedingte Straffung im Halsbereich erreicht werden.

 

Bei weiter fortgeschrittenem Befund kann eine einfache Trimmung des SMAS mit Resektion eines schmalen Streifens im Schläfenbereich durchgeführt werden. Auch bei dieser Technik können die Halsstrukturen nur gering beeinflusst werden. Aus diesem Grund sind auch die so genanten Minilifts mit Vorsicht einzustufen. Häufig werden weder die Haut noch diese wichtigen Schichten wie das SMAS ausreichend verändert. Es gibt namhafte Operateure, die die Techniken des Minilifts geringschätzig einstufen und mit dem Vorwurf belegen, dass das Minilift eigentlich nur für Patienten geeignet sei, die eigentlich kein Facelift benötigten.

 

In der Regel ist eine Kombination mit Trimmung und Verlagerung des SMAS erforderlich. Sowohl Hals als auch abgesunkene Wangenpartien können dabei ausreichend angehoben werden. Das Verfahren wir im Überblick dargestellt

 

Als besonders modern und fortschrittlich werden heute gerne die endoskopischen Operationstechniken angepriesen Diese werden aber nach wie vor sehr kontrovers bezüglich ihrer Risiken und zu erzielenden Resultate diskutiert. Selbst beim Stirnlift, wo diese Technik nicht selten angewandt wird, bestehen nach wie vor deutlich unterschiedlich Meinungen bezüglich des Langzeiteffekts.



Gefahrenpunkte

1. Nervverletzung
Bei entsprechenden anatomischen Kenntnissen und Präparationstechniken, entsprechender Ausbildung ist das Risiko einer dauerhaften Nervenschädigung als eher gering einzustufen. Passagere Sensibilitätsminderungen sowie geringe motorische Störungen können jedoch auch bei entsprechender Technik auftreten. Die Mehrzahl der Nervenverletzungen erfolgt vermutlich bei der zu subtilen Blutstillung. Diese erfolgt in der Regel durch Hochfrequenzstrom. Bei zu langer Einwirkzeit kann es dann durch fortgeleitete Hitzeeinwirkung zu Nervschädigungen kommen.

2. Hämatom
Kommt es zu einer Nachblutung nach einer Facelift-Operation, dann muss dies als Notfallindikation gesehen werden mit der Konsequenz der sofortigen Revision. Andernfalls ist mit dem Auftreten von Hautnekrosen - also Teiluntergang der Haut - sowie unbefriedigendem ästhetischen Ergebnis zu rechnen. Dementsprechend sollte nur dort ein Facelift durchgeführt werden, wo die notwendige Nachbeobachtung und auch die Möglichkeit einer notfallmäßigen Nachoperation gewährleistet werden kann.

3. Hautnekrosen
Ein "Schwarzwerden" der Haut (Nekrose) als Folge eines nicht behandelten Hämatoms sind schon erwähnt. Aber auch die individuelle Gefäßsituation des Patienten ( z.B. Raucher ) kann zur Nekrosebildung führen. Zu exzessive Mobilisierung der Hautlappen stellt ebenfalls einen begünstigen Faktor für das Auftreten von Nekrosen dar. Kleinere lokal umschriebene Nekrosen können auch bei zu hoher Lappenspannung insbesondere hinter der Ohrmuschel entstehen. Es ist dennoch beruhigend zu wissen, dass selbst nach größeren Nekrosebildungen durch konservative und nur minimale Revisionen immer noch durchaus respektable ästhetische Ergebnisse erzielt werden können.

4. Infektion
Echte Infektionen mit Abszedierungen und vitaler Gefährdung des Patienten stellen eine außerordentliche Seltenheit im Rahmen der Faceliftchirurgie dar. Prädisponierende Faktoren wie ein schlecht eingestellter Diabetes oder eine Immunschwäche sollten präoperativ ausgeschlossen werden.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, auch wenn die Idealerweise durchgeführte Kombination von Face-Halslift mit einem Stirnlift einen großen Eingriff darstellt, sind Risiko und zu erwartendes Ergebnis in der Hand des erfahrenen Operateurs kalkulierbar mit für den Patienten zufrieden stellendem ästhetischem und funktionellem Resultat. Die großen so genannten offenen Verfahren stellen immer noch den "Goldstandard" dar. Inwieweit minimal invasive Verfahren eine Änderung der Behandlungskonzepte erwirken bleibt abzuwarten.

Behandlung und Nachbehandlung
Ein Facelift wir in aller Regel unter stationären Bedingungen durchgeführt. Zwei bis drei Übernachtungen sind normalerweise ausreichend. Für ca. 2 Wochen sollten keine gesellschaftlichen Verpflichtungen anstehen. Kleinere Besorgungen sind jedoch schon nach wenigen Tagen möglich. Die Fädenentfernung erfolgt nach 10 -14 Tagen. Sorgfältige Hautpflege ist für die ersten Wochen erforderlich. Sonnenbank, intensive Sonnenbestrahlung und Sauna sind für 4-6 Wochen zu meiden. In Abhängigkeit von der Ausdehnung des Eingriffs besteht Sportverbot für 6 Wochen.


Bilder sind entnommen aus

Epker, Ästhetische Gesichtschirurgie, Urban & Schwarzenberg
MAC mdm Verlag Heft 1/2001 Seite 17
Ernst Kastenbauer, Ästhetische und Plastische Chirurgie an Nase, Gesicht und Ohrmuschel, Thieme-Verlag
Lemperle, Ästhetische Chirurgie, ecomed Band 1

Weitere Literaturangaben können beim Autor angefordert werden



Für weitere Informationen und Erläuterungen vereinbaren Sie bitte einen Gesprächstermin unter
Tel: 02161/64618
oder per e-mail
info@chirurgie-korschenbroich.de